Das musst du beachten
Wenn die Welt unter einer dicken Schneedecke versinkt und die Stille in den Wäldern fast greifbar wird, zeigt sich die Natur von ihrer magischsten Seite. Winterwandern ist Balsam für die Seele – doch wer unvorbereitet loszieht, merkt schnell, dass die kalte Jahreszeit ihre eigenen Regeln hat.
Damit dein nächstes Winterabenteuer nicht im Schlottern endet, habe ich die wichtigsten Tipps für dich zusammengefasst.
1. Das Zwiebelprinzip, deine Rüstung gegen die Kälte
Vergiss den dicken Wollpulli von Oma. Beim Wandern im Winter ist Schichten angesagt. Das Ziel, Feuchtigkeit weg vom Körper, Wärme drin behalten. Trag Funktionswäsche (am besten Merinowolle). Sie wärmt auch noch, wenn sie feucht wird, und stinkt nicht so schnell.
Ein Fleece oder eine leichte Isolationsjacke (Daune oder Kunstfaser) hält die Körperwärme fest. Eine wind- und wasserdichte Jacke, schützt dich vor Schneefall und eisigem Wind.
Wichtig: Vermeide Baumwolle! Wenn sie einmal nassgeschwitzt ist, trocknet sie kaum und entzieht deinem Körper blitzschnell die Wärme.
2. Die Ausrüstung, mehr als nur feste Schuhe
Deine Sommerschuhe können im Schrank bleiben. Für den Winter brauchst du Isolierte Wanderschuhe mit einer griffigen Sohle und wasserfester Membran. Gamaschen verhindern, dass tiefer Schnee oben in die Schuhe rutscht.
Grödel oder Spikes, diese "Schneeketten für die Schuhe" sind Gold wert, wenn die Wege vereist sind. Wanderstöcke, mit großen Schneetellern geben sie dir im Tiefschnee und auf glatten Passagen Stabilität.
3. Zeitmanagement, der Wettlauf gegen die Dunkelheit
Ein Fehler, der oft unterschätzt wird: Die Tage sind kurz. Plane deine Tour so, dass du spätestens um 15:30 Uhr wieder zurück oder am Ziel bist.
Pro-Tipp, pack immer eine Stirnlampe ein. Wenn die Dämmerung im Wald einsetzt, geht es oft schneller, als man denkt.
4. Heißer Tee statt Eiszapfen
Dein Körper verbrennt im Winter deutlich mehr Energie, um die Betriebstemperatur zu halten.
Thermoskanne statt Trinkblase, das Wasser im Schlauch deines Trinksystems gefriert bei Minusgraden sofort. Ein heißer Tee wärmt zudem von innen. Nimm Riegel mit, die nicht bei Kälte steinhart werden (z.B. Nuss-Frucht-Mischungen statt harter Karamellriegel).
5. Sicherheit, Akkus und Lawinen
Kälte ist der natürliche Feind von Batterien. Dein Smartphone-Akku kann bei –5 °C innerhalb von Minuten von 40 % auf 0 % springen. Trag das Handy nah am Körper in der Innentasche der Jacke. Nimm eine Powerbank mit.
Informiere dich bei Bergtouren zwingend über den aktuellen Lawinenlagebericht.
Fazit
Respektiere die Natur
Wandern im Winter ist ein Privileg. Achte darauf, auf den markierten Wegen zu bleiben, um Wildtiere nicht aufzuschrecken. Sie brauchen im Winter jede Kalorie zum Überleben. Mit der richtigen Planung steht deinem Wintermärchen nichts mehr im Weg!
