Wanderung im Greifenbachtal

Der Röhrgraben im Erzgebirge

Diese Wanderung durch das Greifenbachtal zeichnet sich durch eine ganz besondere Idylle aus. Diese Idylle möchte ich euch heute bei einer Tour entlang des Röhrgrabens vorstellen.

Der Röhrgraben: Deutschlands ältester aktiver Kunstgraben

Als eines der ältesten Wasserleitungssysteme im erzgebirgischen Bergbau blickt der Röhrgraben auf eine Geschichte zurück, die bereits in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts begann. Ursprünglich erbaut, um die Pochwerke, Zinnhütten und Erzwäschen von Ehrenfriedersdorf anzutreiben, passte er sich über die Jahrhunderte dem Wandel der Zeit an. Im 19. Jahrhundert profitierte die Textilindustrie von seiner Wasserkraft, später die moderne Zinnaufbereitung. Bis zur Einstellung des Bergbaus im Jahr 1990 hielt er damit einen stolzen Rekord als der älteste noch aktiv genutzte Kunstgraben in ganz Deutschland.

Tourstart: Vom Greifenbachstauweiher hinein in die Stille des Waldes

Meine Wanderung beginne ich am Greifenbachstauweiher. Er ist weit mehr als nur ein historisches Gewässer, er ist der lebendige Treffpunkt für alle, die im Erzgebirge Erholung, Wasser und Natur pur suchen.

Vom Stauweiher aus ziehe ich sofort los in den Wald. Hier hast du endlich deine Ruhe. Der Weg führt mich am Greifenbach entlang und am Ratsteich vorbei. Danach wandere ich direkt am historischen Röhrgraben entlang.

Nach kurzer Zeit trifft man auf die Mauerreste des Poch- und Wäschewerkes sowie der Scheidebank, stumme Zeugen des alten Bergbaus in unserer Region.

Historische Mauerreste des Pochwerkes am Röhrgraben Erzgebirge

Immer am Wasser entlang, die Tour geht weiter. Ich genieße die morgendliche Stille und den Ausblick auf diese fantastische Kulisse, während der Wasserlauf ruhig neben mir herfließt.

Der Röhrgraben im Greifenbachtal

Der nächst Stopp ist am Greifenbachstolln. Zwischen 1979 und 1990 zur Erkundung der Lagerstätte „Röhrenbohrer“ aufgefahren, beeindruckt der Greifensteinstolln durch seine Dimensionen: Ein über 1,5 km langer Hauptstolln führt in ein verzweigtes Netz aus fast 8 km Strecken und gewaltigen Hohlräumen von rund 61.000 m³.

Der Greifenbachstolln

Über Kilometer war der Stolln sogar direkt mit dem Sauberg verbunden. Seit seiner Verwahrung durch Sprengung im Jahr 1992 ist es im Inneren ruhig geworden – nur die stetig austretenden Wassermassen von 450 Litern pro Minute zeugen noch heute von der Größe dieses unterirdischen Labyrinths.

Blig in den Greifenbachstolln

Über die Alte Geyersche Straße gelange ich auf den Greifenbach- und Pochwaldweg für meinen Rückweg. Unterwegs passiere ich zwei weitere geschichtsträchtige Stationen. Den Garisch-Stollen (Ersterwähnung 1490) und den Garisch-Gegentrumstollen, der um 1565 unter der Leitung von Hieronymus Lotter stand.

Der Garisch-Gegentrumstollen

Schließlich schließt sich der Kreis meiner Wanderung. Mit jedem Schritt zurück zum Startpunkt nehme ich die Ruhe des Waldes und die spannenden Eindrücke der alten Stollen und Gräben mit nach Hause. Ein Tag, der Erholung im Grünen perfekt mit der großen Bergbauhistorie dieser Region verbunden hat.

Tour-Check: Wissenswertes zur Wanderung im Greifenbachtal

  • Start/Ziel: Parkplatz am Greifenbachstauweiher (Geyerscher Teich)
  • Streckenverlauf: Greifenbachstauweiher – Ratsteich – Röhrgraben – historische Pochwerk-Ruinen
  • Schwierigkeit: Leicht (ideal für Familien und Genusswanderer)
  • Highlights: Historischer Bergbau-Kunstgraben, idyllische Waldwege, Fotospots am Wasser
  • Ausrüstung: Festes Schuhwerk und natürlich die Kamera nicht vergessen!
Fotografen-Tipp: Besonders am frühen Vormittag oder späten Nachmittag ist das Licht im Wald am Röhrgraben magisch. Die Schatten der Bäume und das glitzernde Wasser bieten tolle Kontraste für Detailaufnahmen.
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