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| Alte Bahnstrecke |
Alle hatten schon gedacht, der Winter hat sich für dieses Jahr verabschiedet. Am Vortag hatte ich mir vorgenommen, wieder eine Wanderung zu unternehmen. Am Morgen richtete sich mein erster Blick nach draußen und ich bemerkte den Schneefall. Da war er wieder, der Winter. Ich entschloss mich, die Wanderung trotzdem durchzuführen. Meine Tour führte mich zunächst vom Gewerbegebiet „Am Stollberger Tor“ aus die Zwickauer Straße entlang. Nach kurzen Strecke bog ich links in den Querweg ein, um zum alten Bahndamm zu kommen. Dieser Damm führte mich über Mitteldorf und Oberdorf nach Beutha.
Auf meine Wanderung passierte ich mehrere Sitzplätze. Zum Beispiel diesen einfachen Sitzplatz am Feldrand, dessen Holzdach bereits mit Neuschnee bedeckt ist. Bei diesem Wetter lädt die Bank zwar nicht zum Verweilen ein, aber sie markiert einen guten Aussichtspunkt über die offene, weiße Fläche.
Kurz darauf erreiche ich einen kleinen Teich. Das dunkle Wasser steht im harten Kontrast zum verschneiten Ufer und den kahlen Bäumen drumherum. Ohne andere Wanderer in der Nähe ist es hier absolut lautlos. Es ist eine schöne Winterlandschaft, die man am besten genießt, wenn man sein eigenes Tempo gehen kann.
Waldweg oberhalb des Beuthenbach
Nachdem der Weg erst über freies Feld geführt hatte, ging es hinein in den Beuthaer Wald. Direkt in der Nähe des Rothe Teichs passierte ich diesen überdachten Rastplatz, der bei dem Wetter allerdings komplett verwaist war.
Von dort aus führte die Route weiter über einen schmalen Waldweg. Gerade durch den frisch gefallenen Schnee wirkte die Strecke noch einmal ganz anders als im Sommer. Da ich allein unterwegs war, fiel mir die absolute Stille besonders auf. Man hört im Wald bei diesem starken Schneegestöber wirklich kaum ein Geräusch.


Am Wegrand entdeckte ich eine alte Schutzhütte, an der offensichtlich schon länger der Zahn der Zeit nagt. Trotz ihres baufälligen Zustands passte sie gut in die einsame Winterlandschaft des Beuthaer Waldes.
Wenig später führte die Strecke am Hochwasserrückhaltebecken Neuwürschnitz vorbei. Es handelt sich dabei um ein „grünes Becken“, das im Normalbetrieb trocken liegt und nur bei Hochwasser eingestaut wird. In der aktuellen Schneekulisse wirkte die weite, offene Fläche des Beckens besonders markant, bevor der Weg mich weiter durch die Stille führte.
Zurück über die Alte Stollberger Straße
Auf dem Weg zurück nach Stollberg tauchte der Weg plötzlich in eine andere Welt ein. Was eben noch eine freie Fläche war, verwandelte sich in eine schier endlose, weiße Allee. Die alten Bäume am Wegrand beugen sich unter der Last des Neuschnees so weit über die Fahrbahn, dass sie einen natürlichen Tunnel bilden. Ein Schneetunnel, der jedes Geräusch verschluckt.
Fazit
Am Ende kam ich wieder in Stollberg an, ordentlich durchgefroren, aber zufrieden. Dass der Winter so plötzlich zurückgekehrt ist, hat die Wanderung zu etwas Besonderem gemacht. Gerade weil ich allein unterwegs war, konnte ich die Ruhe im Wald und die veränderte Landschaft ohne Ablenkung genießen. Es muss nicht immer strahlender Sonnenschein sein, das Schneegestöber hatte seine ganz eigene, ehrliche Atmosphäre. Wer die Stille sucht, findet sie genau an solchen Tagen.
Ihr möchtet diese Wanderung selbst erleben? Den Link zum genauen Streckenverlauf findet ihr auf meinem
Komoot Account.