Wandern im Erzgebirge: Rund um das Thermalbad Wiesenbad

Wandern im Erzgebirge: Rund um das Thermalbad Wiesenbad

Thermalbad Wiesenbad, Bismarckturm - Erz-entdecker Fotografie Frank Furchner
Thermalbad Wiesenbad, Bismarckturm

Der Kurort ist vor allem für die Georgsquelle bekannt, deren heilsames Wasser seit über 500 Jahren genutzt wird und die seit 1998 offiziell als Heilquelle für Trink- und Badekuren anerkannt ist. Zwischen dem Kurpark, den Waldhängen und der typischen Erzgebirgslandschaft gibt es vielfältige Wanderwege, die Besuchern eine Mischung aus Erholung, Naturbeobachtungen und Einblicken in die regionale Geschichte bieten.

Startpunkt der Wanderung

Heute beginne ich meine Wanderung vom Parkplatz an der Kurparkhalle. Mein erstes Ziel ist der Bismarckturm, auch bekannt als Mays Turm. Dieser 15 Meter hohe Aussichtsturm befindet sich am Hang oberhalb der Ortschaft Thermalbad Wiesenbad. Ich gehe in Richtung Turm bergauf. Schon nach kurzer Zeit entdecke ich eine historische Holzbrücke, die sich hervorragend für Fotos eignet.

Historische Holzbrücke - Erz-entdecker Fotografie Frank Furchner

Anschließend setze ich meinen Weg fort und komme bald am Turm an, der wie aus einem Märchen aussieht. Der Turm kann bestiegen werden; oben angekommen hat man ein großartiges Panorama über das reizvolle Zschopautal. Der Eintritt zur Aussichtsplattform ist kostenlos.

Aufstieg zum Bismarckturm - erz-entdecker Frotografie Frank Furchner
Aufstieg zum Bismarckturm

Stille Wege zurück ins Tal

Nachdem ich meine Fotoaufnahmen gemacht hatte, ging es wieder zurück durch die historische Holzbrücke. Ich nahm den geraden Weg, der mich wieder talwärts führte. Ich genoss die absolute Stille, während in der Ferne das Rauschen des Flusses Zschopau zu hören war. Nach einigen Minuten erreichte ich ein weiteres interessantes Relikt vergangener Zeiten.

Die alte Max-Strobel-Mühle

Die alte Max‑Strobel‑Mühle erz-entdecker Fotografie Frank Furchner
Die alte Max‑Strobel‑Mühle

Bis 1945 prägte die Max-Strobel-Mühle diesen abgelegenen Ort. In der Holzschleiferei wurden Papier und Pappe hergestellt, angetrieben von der Wasserkraft der Zschopau. Dafür entstand ein rund 1.500 Meter langer Graben, der das Flusswasser gezielt zum Mühlengelände leitete.

Nach dem Ende der Produktion wurde das Gebäude umfassend umgebaut und diente zunächst als Kinderferienheim. Ab den 1990er-Jahren nutzte man es als Hotel und Gästehaus, bevor es schließlich geschlossen wurde. Heute gibt es erneut Bestrebungen, dem historischen Bauwerk neues Leben einzuhauchen und seine Geschichte behutsam weiterzuführen. Auf dem Weg zurück entdeckte ich ein weiteres geschichtliches Relikt.

Der Schandstein

Der Schandstein - erz-entdecker Fotografie Frank Furchner
Der Schandstein

Im Jahre 1723 ließ der sächsische Kurfürst August der Starke Grenzsteine (Rainsteine) errichten, um seine territorialen Ansprüche zu dokumentieren. Der Schandstein zählt zu den insgesamt 52 gesetzten Grenzsteinen.

Von hier begann ich meinen Rückweg. Ein Stück des Weges führte direkt am Ufer der Zschopau entlang. Das Rauschen des Flusses begleitete mich, während der Pfad ruhig am Wasser vorbeizog. Danach entfernte sich der Weg wieder vom Ufer und leitete mich zurück in Richtung Kurpark, bis ich schließlich den Startpunkt der Wanderung erreichte.

Fazit

Die Wanderung rund um das Thermalbad Wiesenbad war eine perfekte Mischung aus erholsamer Natur und faszinierender regionaler Geschichte. Besonders die Stille entlang der Zschopau und die Entdeckung der historischen Relikte haben diesen Ausflug für mich zu einem echten Erlebnis gemacht. Es ist bemerkenswert, wie viel Geschichte in den Wäldern unseres Erzgebirges noch immer darauf wartet, entdeckt zu werden.

Doch das war erst der Anfang: Die Region um Wiesenbad hat noch weitere Geheimnisse zu bieten. Für meine nächste Tour habe ich mir bereits lohnenswerte Ziele vorgenommen – es geht zum Schloss Hohenwendel, dem mystischen Mausoleum im Wald und einer künstlichen Ruine im Südosten. Ich freue mich schon jetzt darauf, diese verborgenen Orte zu erkunden und euch in meinem nächsten Beitrag davon zu berichten.

Die Max-Strobel-Mühle ist nur eines von vielen Zeugnissen der wechselvollen Geschichte unserer Region. Wenn dich das Schicksal verlassener Orte im Erzgebirge ebenfalls so fasziniert wie mich, empfehle ich dir meinen Beitrag über die Königsmühle – Verlassene Dörfer im Erzgebirge, wo ich den Zerfall und die Geschichte dieses besonderen Ortes festgehalten habe.


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