Wanderung zur sagenumwobenen Ruine der Isenburg

Wanderung zur sagenumwobenen Ruine der Isenburg

Die Isenburg erstellt mit KI

Nachdem das Erzgebirge in den letzten Tagen von heftigen Gewittern heimgesucht wurde, startete ich am Morgen meine Wanderung am Wanderparkplatz in Hartenstein. Die Luft war noch herrlich frisch und der Wald duftete intensiv nach Regen und Moos. Mein Weg führte mich zunächst in Richtung Burg Stein, deren markante Silhouette schon aus der Ferne über dem Zwickauer Muldetal thronte.

Die Burg Stein in Hartenstein
Die Burg Stein in Hartenstein

Die Burg Stein

Nachdem ich einige Aufnahmen von der Burg Stein gemacht hatte, überquerte ich die Brücke über die Zwickauer Mulde. Direkt dahinter bog ich links in die Straße ‚Stein‘ ein. Von hier an hieß es, Kräfte einteilen, denn der Weg führte stetig bergauf. Nach einer kurzen Strecke ließ ich die letzten Häuser hinter mir und erreichte den Wald.

Auf dem Waldweg

Mücken, Matsch und ein Ziel vor Augen

Dass dieser nach den Gewittern der letzten Tage noch ordentlich unter Dampf stand, merkte ich schnell. Der feuchte Boden ließ die Wege aufweichen und lockte eine beeindruckende und leider überaus hungrige Mückenschar aus der Reserve. Der Kampf gegen die kleinen Plagegeister wurde so zu meinem ständigen Begleiter auf dem Weg tiefer in den Steiner Wald hinein. Doch wer die Isenburg finden will, muss eben auch mal kleine Opfer bringen.

Wanderschild am Wegesrand

Die evangelisch-lutherischen Kirche in Wildbach

Meine Wanderung führte mich weiter durch malerische Landschaften. Vorbei an der evangelisch-lutherischen Kirche in Wildbach aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Sie wurde aus den Steinen der alten Vorgängerkirche sowie den Überresten der einstigen Burg errichtet, die um 1750 gesprengt worden war.

Die evangelisch-lutherischen Kirche in Wildbach
Die evangelisch-lutherischen Kirche in Wildbach

Weiter geht es jetzt zum eigentlichen Ziel meiner Wanderung. In unmittelbarer Nähe der Kirche bog ich links an einer Kleingartenanlage ab und schlug den direkten Weg zur Burg ein. Je weiter ich voranschritt, desto schmaler wurde der Pfad unter meinen Füßen, bis er sich fast in der grünen Umgebung verlor. Doch kurz darauf wurden meine Mühen belohnt. Zwischen den Bäumen zeichneten sich die ersten Mauerreste ab.

Die Isenburg – Stille Zeugin vergangener Zeiten

Die Mauerreste der isenburg

Und dann tauchten die ersten Mauerreste auf. Die Ruine ist heute kein großes, imposantes Bauwerk mehr, sondern fügt sich fast unauffällig in den Wald ein. Man erkennt noch gut, wo einst Wände gestanden haben müssen, doch mittlerweile haben sich Farn und Moos ihren Platz zurückgeholt. Es ist ein ruhiger Ort, an dem man sich gut vorstellen kann, wie das Leben hier vor Jahrhunderten ausgesehen haben mag.
Über die Geschichte der Isenburg ist wenig bekannt, da es keine gesicherten urkundlichen Belege gibt. Die ab 1738 überlieferten Bezeichnungen wie ‚Raubschloss‘ oder ‚Eisenburg‘ lassen sich historisch nicht belegen. Sicher ist nur, die Burg wurde bereits im 14. Jahrhundert zerstört. In den folgenden Jahrhunderten dienten die Reste der Bevölkerung vermutlich als Schutzraum. Um 1750 wurden die letzten Mauern schließlich gesprengt, um das Baumaterial für die Wildbacher Kirche zu nutzen.

Das innere der Isenburg im Erzgebirge

Die Isenburg im Erzgebirge

An der Isenburg

Rückweg durch die Geschichte

Von der Ruine aus begann ich nun den Rückweg. Ich entschied mich für den steilen Abstieg hinunter zur Zwickauer Mulde, bei dem aufgrund des Regens der letzten Tage höchste Vorsicht geboten war – der Boden war tückisch rutschig. An der Mulde angekommen machte ich die nächste Entdeckung, die Überreste einer alten Fußgängerbrücke, die sogenannte „Toelle-Brücke“ im Poppenwald am Fuße der Isenburg. Sie wurde in den letzten Monaten des 2. Weltkrieges beim Rückzug der deutschen Soldaten gesprengt.

Überreste der sogenannte „Toelle-Brücke“ im Poppenwald
Überreste der sogenannte Toelle-Brücke 

Weiter ging es durch zugewachsene Wege, die mich stetig bergauf in Richtung Wildbach führten. Unterwegs passierte ich den Fürst-Bismarck-Gedenkstein im Poppenholz. Von dort aus musste ich für eine Weile der Straße folgen, bei der aufgrund des Verkehrs äußerste Vorsicht geboten war. Nach etwa 1,5 Kilometern bog ich schließlich wieder links in den Wald ein.

Fürst-Bismarck-Gedenkstein im Poppenholz
Fürst-Bismarck-Gedenkstein im Poppenholz

Auf dem Rückweg nach Hartenstein

Der Rückweg führte mich über einige schmale Wanderwege. Kurz bevor ich wieder an meinem Ausgangspunkt ankam, bot sich mir noch eine besondere Gelegenheit. Ich konnte ein Foto von einem singenden Rotkehlchen machen, das mir auf dem Weg zurück zum Parkplatz begegnete. Ein schöner Abschluss für diese 8-Kilometer-Tour.

Singendes Rotkehlchen
Singendes Rotkehlchen

Fazit:

Die Wanderung zur Isenburg war eine Tour der Kontraste. Von imposanten Aussichten über geschichtsträchtige Ruinen bis hin zu den stillen Zeugen des Zweiten Weltkrieges an der Mulde. Trotz der kämpferischen Begleitung durch die Mücken und des rutschigen Bodens war es eine lohnende Strecke, die mir wieder einmal gezeigt hat, wie viel Historie direkt vor unserer Haustür im Erzgebirge schlummert. Wer die Natur liebt und gerne auf den Spuren längst vergangener Zeiten wandelt, kommt hier voll auf seine Kosten.

Tour zum Nachwandern: 

Die gesamte Route inklusive der genauen Wegführung findet ihr in meiner Aufzeichnung auf Komoot. So könnt ihr die Strecke ganz einfach selbst nacherleben:

Zum Streckenverlauf meiner Wanderung hier der Link zu Komoot.

Hinweis: Einige der in diesem Beitrag verwendeten Bilder wurden mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt. Betrifft in diesem Fall das Titelbild.

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